Empowerment: Arme treten selbst für ihre Rechte ein (1992 – 2001)

Rechte-basierte Ansätze und das „Empowerment“-Konzept rücken ins Zentrum der Armutsbekämpfung: Arme Menschen sollen sich bewusst werden, dass sie Rechte haben. Sie lernen, sich zu organisieren und für sich selbst zu sprechen, um ihre Interessen auch durchzusetzen. So wächst Demokratie von unten. Bewusst fördern die Zentralstellen solche Ansätze auch in Krisengebieten wie der DR Kongo oder Mittelamerika. Partnerorganisationen arbeiten jetzt international zusammen, z.B. in Netzwerken der indigenen Bevölkerung (Tebtebba) oder der Frauen (ISIS-WICCE). Von der Frauenförderung weitet sich die Perspektive der Entwicklungsarbeit zur Genderorientierung: Welches Potenzial hat ein Programm, um langfristig den Status von Frauen zu verbessern und die Geschlechterbeziehungen zu verändern? Die staatliche deutsche Entwicklungszusammenarbeit strebt zunehmend Direktkooperationen mit Organisationen der Zivilgesellschaft im Süden an – die Zentralstellen äußern sich dazu wegen des Ungleichgewichts der Partner skeptisch.

Omnibus, tief im Wasser

Umweltschutz und Entwicklung gehören zusammen

Die UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung führt in Rio de Janeiro Vertreter von 172 Staaten zusammen. Neben der Klimarahmenkonvention und der Konvention über biologische Vielfalt beschließt der „Erdgipfel“ u.a. die Rio-Deklaration mit 27 Grundsätzen für eine nachhaltige Entwicklung: Umweltschutz darf nicht vom Entwicklungsprozess getrennt werden, die Beseitigung der Armut ist unabdingbare Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung. 

Rigoberta Menchú
Rigoberta Menchú

Friedensnobelpreis für Rigoberta Menchú

Damit wird vor allem ihr Einsatz für die Rechte der indigenen Völker gewürdigt. KZE und EZE fördern Rechtsberatung und Menschenrechtsbüros in Guatemala und ganz Lateinamerika.

Ökumenisches Konzept für Evaluierungen von Projekten

Misereor, Brot für die Welt und die EZE veröffentlichen das Handbuch „Evaluierung in der kirchlichen Entwicklungsarbeit“ Danach sind Evaluierungen „ein Instrument der Partnerorganisation für die Planung, Begleitung und Bewertung von Projekten oder Programmen. Weiterhin dienen sie dem Dialog zwischen den Hilfswerken und ihren Partnern“. Evaluierungen als einseitiges Kontrollinstrument der Hilfswerke werden abgelehnt.

Neu für Entwicklungsländer: Enge Kooperation von Staat und Kirche

Eine neue Form der Entwicklungszusammenarbeit beginnt in Tansania: Kirchen und Staat beschließen eine enge Zusammenarbeit vor allem im Bildungs- und Gesundheitswesen – beides zur Hälfte durch die Kirchen getragen. Der Staat sagt zu, sich an den Kosten der kirchlichen Einrichtungen zu beteiligen. Bei der Anbahnung der Kooperation spielen aus Deutschland die kirchlichen Zentralstellen sowie das BMZ eine bedeutende Rolle. Die evangelische und die katholische Kirche Tansanias gründen die Christian Social Services Commission als Dienstleisterin ihrer Sozialeinrichtungen und zugleich als Lobbyorganisation gegenüber der Regierung. Die Kooperation besteht bis heute.