Genossenschaften und Handkarren für die Sauberkeit

Übergabe der Handkarren in Abomey Calavi

In Benin fehlt es an einem leistungsfähigen Müllentsorgungssystem. Das Anwachsen der Einwohnerzahl des Landes führt dazu, dass das Müllentsorgungssystem nicht alle erreicht und die Menschen Hausabfälle in der Regel in der Nachbarschaft "entsorgen". So nimmt auch die Menge nicht verrottender Abfälle zu.

Um die Hygiene in den Städten zu verbessern, bietet der Sozial- und Entwicklungsdienst Bethesda den Stadtverwaltungen unter anderem technische Beratung in Fragen der Müllentsorgung an, da diese hiermit häufig überfordert sind. Dank der Beratung durch den Partner des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED) hat beispielsweise die Stadtverwaltung in Abomey Calavi an der Atlantikküste Anfang Mai 2010 in einer kleinen Zeremonie 30 neue Handkarren an Müllsammlerinnen und Müllsammler übergeben.

Auch in anderen beninischen Städten ziehen immer mehr Menschen mit Handkarren durch die Straßen. Obwohl die Bürgerinnen und Bürger für die Abfuhr der Abfälle bezahlen müssen, liegt die Quote der teilnehmenden Haushalte in Kandi im Nordwesten Benins bereits bei 80 Prozent.

Die Müllsammlerinnen und Müllsammler vereinen sich in genossenschaftlich organisierten Stadtreinigungen. Diesen Willen zur Selbstorganisation unterstützt Bethesda.

"Einkommen schaffen und Recycling sind unsere Ziele", sagt Victor Gbedo, studierter Umweltmanager und Leiter von Bethesda. Es gehe auch darum, dass Kommunen und Genossenschaften selbstständig zusammenarbeiten. Nachdem dies bei der Müllabfuhr bereits gelungen ist, will Bethesda dies auch im Bereich Recycling erreichen.

Einen eigenen Recyclinghof betreibt die Organisation bereits zusammen mit der Stadt in Kandi. Je mehr Müll die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammentragen, desto stärker bilden sich Routinen und Techniken für die Bearbeitung heraus.

Der Erfolg von Bethesda hat sich bereits in weiteren Städten und Gemeinden Benins herumgesprochen, sodass die Organisation in Zukunft auch dort einen Beitrag zum Aufbau einer Müllabfuhr leisten will. Umso erfreulicher ist es, dass der EED seine Unterstützung für das Projekt kürzlich für drei Jahre verlängert hat - danach wollen die Städte ohne Unterstützung von außen auskommen.

Aus Hartplastikmüll werden später
neue Produkte erstellt


Land: Benin

Partner: Bethesda

Ziel: Verbesserung der Müllentsorgung und Schaffung von Zugängen zu Trinkwasser

Dauer: 01.08.2010 bis 30.06.2013