Neue Einkommensquellen durch politische Mitbestimmung

Textiles Kunsthandwerk aus der Region: Dorfbewohnerinnen bei der Webarbeit

Die Bezirke Apurímac, Cusco und Puno im südlichen Andenhochland gehören zu den ärmsten Landesteilen Perus. Die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern dort können in der Regel von den niedrigen Einkommen aus Land- und Viehwirtschaft nicht leben und sind auf zusätzliche Einkommensquellen angewiesen. Fördermaßnahmen können viele Dorfgemeinschaften nicht durchsetzen, da es für sie durch veraltete Organisationsstrukturen schwierig ist, mit der Bürgerschaft abgestimmte Entscheidungen zu treffen und diese nach außen in der Politik zu repräsentieren.

Um die politische Repräsentanz der Dorfgemeinschaften zu stärken, führt der ökumenisch arbeitende Träger Centro Bartolomé de las Casas (cbc) im Rahmen seines ländlichen Entwicklungsprogramms verschiedene Maßnahmen durch: In Kursen, Seminaren und Workshops des Partners des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED) stärken Gemeindevertreterinnen und -vertreter auch ihre sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen.

Dass die Repräsentantinnen und Repräsentanten der Dorfgemeinschaften durch das Projekt von cbc in der Lage sind, selbstständig politische Entscheidungen zu bewirken und Initiativen zu ergreifen, ergab eine Evaluierung des Projektes im Jahr 2009. Durch diese Möglichkeit, in der Politik mitzubestimmen, können die Gemeinden erfolgreich über armutsorientierte Fördermaßnahmen und Projekte verhandeln. So werden zum Beispiel Angebote des lokalen textilen Kunsthandwerks und des umwelt- und sozialverträglichen Gemeindetourismus entworfen.

Um gemeinsam mit cbc die Förderung dieses Gemeindetourismus zu unterstützen, bewilligte der Evangelische Entwicklungsdienst außerdem bereits im Januar 2010 die Vermittlung einer EED-Fachkraft.

Zusammenkunft von Bürgermeistern aus den Bezirken Apurímac, Cusco und Puno

Land: Peru

Partner: Centro Bartolomé de las Casas (cbc)

Ziel: Politische Repräsentanz und Einnahmen durch Angebote des lokalen textilen Kunsthandwerks und des "sanften" Gemeindetourismus für Dorfgemeinschaften

Dauer: 01.07.2010 bis 30.06.2013